So nutzt du die Checkliste
Im Erstgespräch klingt fast jede Agentur überzeugend. Was später tatsächlich gilt, steht im Vertrag – und genau dort verstecken sich die Punkte, die im Alltag Geld, Kontrolle oder Zeit kosten. Die 15 Punkte unten sind nach Themen sortiert: Vertragspartner und Leistung, Geld, Bindung, Kontrolle sowie Absicherung und Ausstieg. Zu jedem Punkt gibt es einen kurzen „Darauf achten“-Hinweis.
Markiere beim Lesen jeden Punkt mit „geregelt“, „unklar“ oder „fehlt“. Alles Unklare klärst du schriftlich mit der Agentur, bevor du unterschreibst. Viele Agenturen veröffentlichen ihre Konditionen nicht und verweisen auf ein individuelles Angebot; umso wichtiger ist, dass Angebot und Vertrag am Ende dieselben Zahlen enthalten. Welche Rolle Vertrag und Konditionen in unserem Ranking spielen, erklären die Bewertungskriterien.
Vertragspartner und Leistungsumfang (Punkte 1–2)
1. Vertragspartner und Anschrift
Im Vertrag muss stehen, mit welchem Unternehmen du ihn schließt: vollständiger Firmenname, Rechtsform, Anschrift und idealerweise eine Registernummer. Ein Markenname oder ein Instagram-Profil genügt nicht, denn manche Agenturen treten unter einer Marke auf, hinter der eine andere Gesellschaft steht.
Darauf achten: Stimmen Firmenname und Anschrift in Vertrag, Rechnung und Impressum überein? Wenn nicht, frag nach, wer rechtlich dein Gegenüber ist.
2. Leistungsbeschreibung
„Komplettes Management“ ist keine Leistungsbeschreibung. Der Vertrag oder eine Anlage sollte aufzählen, was konkret übernommen wird: Chat mit Fans, Planung von Posts, Social-Media-Arbeit, Leak-Entfernung, Reporting. Je genauer die Liste, desto leichter kannst du später einfordern, was vereinbart war. Welche Bausteine es gibt, zeigt der Ratgeber Leistungen einer OnlyFans-Management-Agentur.
Darauf achten: Gibt es Angaben zu Umfang und Takt, etwa zur täglichen Chat-Abdeckung oder zur Zahl der Social-Posts pro Woche? Was nicht schriftlich festgehalten ist, lässt sich später kaum einfordern.
Geld: Provision, Abrechnung und Zusatzkosten (Punkte 3–4)
3. Provision und Berechnungsbasis
Der Prozentsatz allein sagt wenig, entscheidend ist die Bezugsgröße. OnlyFans behält 20 % deiner Einnahmen als Plattformgebühr ein. Rechnet die Agentur vom Bruttoumsatz, zahlst du Provision auch auf diese 20 %; rechnet sie nach Plattformgebühr, ist dein tatsächlicher Auszahlungsbetrag die Basis. Bei hypothetischen 10.000 € Bruttoumsatz und 30 % Provision sind das 3.000 € beziehungsweise 2.400 €.
Darauf achten: Steht ausdrücklich „nach Plattformgebühren“ im Vertrag? Zählen Trinkgelder, PPV-Nachrichten und Einnahmen von anderen Plattformen mit? Beide Varianten kannst du im Provisionsrechner durchspielen.
4. Abrechnung und Zusatzkosten
Kläre, wann und wie abgerechnet wird: in welchem Rhythmus, auf Basis welcher Auswertung und mit welcher Zahlungsfrist. Ebenso wichtig sind Kosten außerhalb der Provision, zum Beispiel Werbebudgets, Tools, Shootings oder eine Einrichtungsgebühr.
Darauf achten: Jede Zusatzposition sollte mit Betrag oder Obergrenze im Vertrag stehen und nur nach deiner Freigabe anfallen. Eine Gegenüberstellung der gängigen Modelle findest du im Ratgeber Provisionsmodelle im Vergleich.
Bindung: Laufzeit, Exklusivität und Wettbewerbsverbot (Punkte 5–7)
5. Laufzeit und Kündigung
Prüfe Mindestlaufzeit, Kündigungsfrist und die vorgeschriebene Form der Kündigung. Einige Agenturen werben öffentlich mit kurzer Bindung: AV Majestic Studios nennt eine monatliche Kündbarkeit, Bunny Agency wirbt ohne langfristige Verträge und AROA Agency mit einer Kündigung ohne Strafgebühren. Maßgeblich bleibt trotzdem, was in deinem Exemplar steht.
Darauf achten: Verlängert sich der Vertrag automatisch? Gibt es Vertragsstrafen oder Ablösesummen bei vorzeitigem Ausstieg?
6. Exklusivität
Agenturverträge enthalten oft eine Exklusivitätsklausel: Nur diese eine Agentur betreut deinen Account. Das ist nachvollziehbar, braucht aber eine klare Grenze. Gilt sie nur für OnlyFans oder auch für andere Plattformen, für Social Media und für Markenkooperationen?
Darauf achten: Exklusivität sollte nicht weiter reichen als die Leistungen, die die Agentur tatsächlich erbringt.
7. Wettbewerbsverbote
Heikler als die Exklusivität während der Laufzeit sind Klauseln, die nach dem Vertragsende fortwirken – etwa ein Verbot, mit einer anderen Agentur zu arbeiten oder eigene Projekte zu starten.
Darauf achten: Wie lange gilt ein nachvertragliches Verbot, für welche Tätigkeiten und gegen welche Gegenleistung? Solche Klauseln gehören immer in eine rechtliche Prüfung.
Kontrolle: Rechte, Zugänge, Auszahlungen und Daten (Punkte 8–12)
8. Content- und Nutzungsrechte
Inhalte, die du selbst produzierst, sollten auch rechtlich bei dir bleiben. Die Agentur braucht allenfalls ein Nutzungsrecht, um Material zu posten, zu schneiden oder für Werbung aufzubereiten – begrenzt auf Vertragsdauer und Vertragszweck.
Darauf achten: Keine Übertragung „aller Rechte“, keine Nutzung in Eigenwerbung der Agentur ohne deine ausdrückliche Zustimmung, eine klare Löschpflicht nach Vertragsende.
9. Zugangsdaten und 2FA
Wer das Passwort kennt und die Zwei-Faktor-Authentifizierung kontrolliert, kontrolliert den Account. Hinterlegte E-Mail-Adresse, 2FA-Telefonnummer und Hauptpasswort sollten deshalb bei dir liegen.
Darauf achten: Halte fest, dass du die Zugangsdaten jederzeit ändern darfst und die Agentur keine eigenen Sicherheitsmerkmale hinterlegt.
10. Auszahlungskontrolle
Das Auszahlungskonto sollte auf deinen Namen laufen; die Agentur stellt ihre Provision anschließend in Rechnung. Modelle, bei denen die Agentur zuerst kassiert und dir einen Anteil weiterleitet, machen dich abhängig.
Darauf achten: Nur du darfst das hinterlegte Auszahlungskonto ändern – das sollte wörtlich im Vertrag stehen.
11. Datenschutz und Vertraulichkeit
Eine Agentur erfährt viel über dich: Klarnamen, Adresse, Einnahmen, private Absprachen mit Fans. Die Vertraulichkeitsklausel sollte über das Vertragsende hinaus gelten. Bei Agenturen außerhalb der EU kommt die Frage hinzu, wie die Datenübermittlung abgesichert ist; Details dazu im Ratgeber OnlyFans-Agentur aus dem Ausland.
Darauf achten: Wer im Team sieht deine Identitätsdaten? Wenn du ohne Gesicht oder unter Pseudonym arbeitest, lies ergänzend anonym auf OnlyFans mit Agentur.
12. Reporting und Freigaben
Ohne Zahlen kannst du die Arbeit der Agentur nicht beurteilen. Vereinbare, wie oft du Berichte bekommst und welche Kennzahlen sie enthalten, etwa Umsatz nach Quelle, neue Abonnenten und Kündigungen.
Darauf achten: Lege fest, welche Entscheidungen deine Zustimmung brauchen – zum Beispiel Preisänderungen, neue Inhalte im Feed oder Werbung mit erkennbaren Bildern von dir.
Absicherung und Ausstieg: Haftung, Recht und Exit (Punkte 13–15)
13. Haftung
Was passiert, wenn ein Chatter gegen Plattformregeln verstößt und dein Account gesperrt wird, oder wenn durch Nachlässigkeit Inhalte leaken? Prüfe, ob der Vertrag die Haftung der Agentur pauschal ausschließt.
Darauf achten: Die Agentur sollte zumindest für Fehler ihres eigenen Teams einstehen. Ein vollständiger Haftungsausschluss ist ein Verhandlungspunkt, kein Detail.
14. Gerichtsstand und anwendbares Recht
Eine Agentur mit Sitz in den USA oder Großbritannien sieht im Vertrag möglicherweise das Recht ihres Sitzlandes und einen Gerichtsstand vor Ort vor. Im Streitfall kann das für dich aufwendig und teuer werden.
Darauf achten: Welches Recht gilt, wo wird verhandelt, und welche Sprachfassung ist maßgeblich? Einen Überblick über Anbieter außerhalb des DACH-Raums gibt die Seite internationale OnlyFans-Agenturen.
15. Exit-Prozess
Der beste Zeitpunkt, den Ausstieg zu regeln, liegt vor dem Einstieg. Ein sauberer Exit-Prozess beschreibt, bis wann die Agentur alle Zugänge zurückgibt, wann du Passwörter änderst, wie Entwürfe und Chat-Vorlagen übergeben werden und wann die letzte Provision abgerechnet wird.
Darauf achten: Gibt es eine Übergabefrist und eine klare Regel, auf welche Umsätze nach Vertragsende noch Provision anfällt, etwa auf laufende Abos?
Die 15 Punkte als Kurz-Checkliste
Zum Abhaken beim nächsten Vertragsentwurf:
- Vertragspartner mit Firmenname, Rechtsform und Anschrift benannt
- Leistungen konkret aufgelistet, mit Umfang und Takt
- Provisionssatz und Berechnungsbasis eindeutig
- Abrechnungsrhythmus, Zahlungsfrist und alle Zusatzkosten festgelegt
- Mindestlaufzeit, Kündigungsfrist und Kündigungsform klar
- Exklusivität auf die tatsächlichen Leistungen begrenzt
- Kein ausuferndes Wettbewerbsverbot nach Vertragsende
- Nutzungsrechte an Inhalten zeitlich und inhaltlich begrenzt
- Passwort, E-Mail-Adresse und 2FA bleiben bei dir
- Auszahlungen auf dein Konto, Änderungen nur durch dich
- Vertraulichkeit und Datenschutz auch nach Vertragsende geregelt
- Reporting-Rhythmus und Freigabepflichten vereinbart
- Haftung für Fehler des Agenturteams nicht ausgeschlossen
- Anwendbares Recht, Gerichtsstand und maßgebliche Sprache bekannt
- Exit-Prozess mit Fristen und Schlussabrechnung beschrieben
Stehen mehrere Punkte auf „unklar“, vergleiche das Angebot mit anderen Agenturen aus dem OnlyFans-Agentur-Ranking oder such über das Match-Formular nach passenden Alternativen.
Leaderboard: aktuelle Top 3
- Ventures Agency 97/100
- Murmur Studios 95/100
- Noblesse Studios 94/100